Max Frisch Tagebücher 1946-1949 und 1966-1971

Max Frisch Tagebuch Literatur

Es gibt Bücher die liest man und vergießt Sie, es gibt Bücher an die man noch Jahre später denkt und es gibt Bücher die das Leben verändern. So hochgestochen es klingen mag, die Tagebücher von Max Frisch sind Solche. Natürlich kann man sich fragen, was Max Frisch mit Neuer Deutscher Literatur zu tun hat und ich argumentiere so: Die Tagebücher sind aktueller denn je. Vor allem für uns als „Kriesen-Generation“ tun die Bücher gut. Es scheint als ob Max Frisch, obwohl er von sich spricht, für uns schreibt. Vor allem bestimmte Auszüge wird man wieder und wieder lesen. Die Bücher sind Lebensberater ohne dies sein zu wollen. Die Ideen, Ansichten und Weltbilder Max Frischs wirken so nicht aufdringlich. Das ist angenehm, in Zeiten von Diätberatern, Wochenendwahrsagern und Lebensberatungsbüchern soweit das Auge reicht. Ich kann die Bücher wirklich jedem nur ans Herz legen. Vor allem das zweite Tagebuch 1966-1971 ist lesenswert. Aber auch das Tagebuch 1946-1949 das so kurz nach dem Krieg entstanden ist, ist mehr als Lesenswert.

Als »Bestandsaufnahme« und »Chronik der Zeit«, als »europäisches Selbstgespräch« – so wurde Frischs Tagebuch 1946-1949 (Bibliothek Suhrkamp 261) von der Kritik bezeichnet. Das neue Tagebuch 1966-1971 steht in der Kontinuität des ersten. Die Aufzeichnungen, ob Erzählung oder Bericht, Fiktion oder Analyse, Verhöre, Fragebogen oder Handbuch, Reisebericht oder Erinnerung, protokollieren unsere Zeit und die Situationen des einzelnen in ihr.

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