
Leif Randt schreibt Gefühle, als würde er die Luft im Raum feinjustieren: nicht aufdrehen, nicht abdrehen, sondern die Temperatur treffen, in der Wahrnehmung zu sprechen beginnt. „Let’s talk about feelings“ ist kein Ratgeber, kein Roman im herkömmlichen Sinn, sondern eine elegante Versuchsanordnung darüber, wie Gefühle entstehen, zirkulieren, verschwinden – und wiederkehren, wenn man sie in…

Verena Güntners „Medulla“ ist ein literarischer Stromstoß, der das Herz trifft und den Kopf beflügelt – eine jener seltenen Lektüren, nach denen die Welt einen halben Ton verschoben wirkt. Güntner schreibt mit vibrierender Genauigkeit und einer sinnlichen Dichte, die alltägliche Gesten in Ereignisse verwandelt. Jeder Satz sitzt, jeder Blickwinkel trägt Bedeutung; doch nie wird das…

Dorothee Elmiger schreibt, als würde sie ein Fenster kippen und zugleich den Wind bitten, die Möbel umzustellen. „Die Holländerinnen“ ist kein Roman, der sich brav an eine Straße hält; es ist ein Gewebe aus Rinnsalen und Stromschnellen, ein Text, der nach Herkunft, Begehren und Erzählbarkeit tastet – und dabei immer wieder die eigene Sprache unterwandert.…